April-Ausgabe: Handwerk

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

sicherlich gilt heute nicht mehr jedes alte Sprichwort, aber ganz gewiss kann der Satz „Handwerk hat goldenen Boden“ gerade in unserer Niedrigstzinszeit Gültigkeit für sich beanspruchen. Natürlich haben sich die Tätigkeiten verändert, hat etwa die E-Mobilität viele Handwerksberufe wesentlich verändert, greifen technologische Entwicklungen in beinahe alle Bereiche ein und diese erfordern wiederum neue Fähigkeiten und bieten zugleich Verbesserungen in der Herstellung.

Zugleich aber ist das Handwerk wohl der Bereich, in dem am wenigsten, auch in der Zukunft, auf den Menschen, seine Fähigkeiten und Tätigkeiten verzichtet werden kann – die Einsatzbereiche sind eben nicht derart normierbar, dass Maschinen alles übernehmen könnten. Daraus ergibt sich geradezu eine doppelte Erkenntnis: Handwerk hat in der Tat goldenen Boden, ohne Handwerker geht etwa im Baubereich gar nichts, und unsere Gegenwart zeigt dabei, dass es eher zu wenig als zu viele Handwerker gibt, wenn, ja wenn die Wirtschaft, gefördert durch die niedrigen Zinsen gut läuft.

Zugleich, und das ist die zweite Erkenntnis, muss das Handwerk, will es dauerhaft erfolgreich bleiben, Beweglichkeit zeigen, muss es rasch auf neue Entwicklungen eingehen und mit diesen produktiv sein und bleiben – wie kämen etwa frühere Elektriker und Maschinenbauer heute mit den Aufgaben eines Mechatronikers zurecht – angemessen sicherlich erst nach längerer Weiterbildung. Auf dieses sehr differenziert zu sehende und viele Entwicklungen – auch durchaus sehr unterschiedliche – durchlaufende Handwerk, das gerade für unser Südbaden ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist, richten wir hauptsächlich in diesem Heft unseren Blick.

Eine nachdenkliche Lektüre
wünscht Ihnen herzlichst

Daniel Schnitzler
Herausgeber – netzwerk südbaden