Interview: Personal Trainer Roland Raschke

Roland Raschke hat bereits vor 15 Jahren in der Region „Personal Training“ angeboten und kann die Entwicklung wie kein zweiter wiedergeben. Ein Gespräch über Ziele, Ernährung, Trainieren in der Natur – und wie es sich anfühlt, einen Nichtläufer zum historischen Marathon nach Athen zu bringen.

Von Rudi Raschke*

Was für Menschen trainieren mit Ihnen, welchen Alters, Geschlecht und aus welchen Schichten stammen Sie?
Roland Raschke: „Personal Training“ bevorzugen hauptsächlich Menschen im Alter ab 35 Jahren, besonders zwischen 45 und 65 Jahren, meist gut situiert mit hohem Bildungsstand, die Verteilung Mann- Frau ist ziemlich ausgeglichen.

Aus welchem Grund ziehen Ihre Kunden das persönliche dem gewohnten Training vor?
Roland Raschke: Meine Kundinnen und Kunden schätzen es, an der Haustür als „Service vor Ort“ abgeholt zu werden, um ohne großen Zeitverlust mit dem Training beginnen zu können. Sie präferieren die individuelle Ansprache und Betreuung, die eins-zu-eins-Situation, bei der sie die Möglichkeit haben, auch über ganz persönliche Dinge zu sprechen und auch mal was in diskretem Rahmen loswerden zu können. Für sie ist das Personal Training mit Blick auf die im Vorfeld besprochenen Ziele das Optimum schlechthin, wenn Ihr bisheriges Training lückenhaft oder zu wenig zielgerichtet war.

Wie kann Personal Training konkret aussehen?
Roland Raschke: In der Regel läuft das Training mit einer Person, eine passend zusammengestellte Kleingruppe ist auch möglich. Natürlich werden die Trainingszeiten mit dem Kunden abgesprochen, je nach Wunsch fest abgemachte Zeiten, oder dem Arbeitsplan entsprechend abweichend und mit kurzfristigen Änderungen. Also auch mal um fünf Uhr morgens oder spätabends. Als Outdoor-Fan biete ich schwerpunktmäßig Trainingsarten im Freien an, der Sternwald in der Freiburger Wiehre bietet beispielweise alles, was man an effektiven Fitnessübungen machen kann. Zielabhängig kann es ein Grundlagentraining Fitness sein, Skitraining alpin oder Langlauf, aber auch die Vorbereitung auf einen Marathonlauf.

Welche besonderen Leistungen bieten Sie an?
Roland Raschke: Über das körperliche Training hinaus spielt das Thema Ernährung eine große Rolle, da gerade in der richtig dosierten Kombination mit Sport die besten Erfolge erzielt werden können. Im Bereich „Reha“ bin ich speziell ausgebildet und qualifiziert, so dass viele Kunden mit einem wohl dosiert ausgerichteten Bewegungsprogramm wieder möglichst voll einsatzfähig werden. Wir trainieren zwar hauptsächlich im Freien und möglichst im Wald, nirgends anders werden sie so wunderbar mit Sauerstoff versorgt und können die Jahreszeiten aktiv genießen. Aber natürlich biete ich auch einen Fitness- bzw. Gymnastikraum an.

Wie sind Sie selbst Personal Trainer geworden?
Roland Raschke: Weil es mir besonderen Spaß und eine schöne Herausforderung bereitet, in dieser Konstellation meine Kunden genau da abzuholen, wo sie gerade stehen, mit viel Empathie und Enthusiasmus – ohne aber zu überziehen und vielleicht auch mal einen Schritt zurückzugehen. Mein Sportstudium mit den Schwerpunkten Pädagogik, Psychologie und Medizin bildete neben der Trainingslehre die Qualifikation, die ich über viele Fortbildungen im Bereich „Individuelles Training“ ausgebaut habe.

Auf welche Art wirkt Ihr Personal Training motivierend?
Roland Raschke: Ich bin überzeugt, dass ich besonders gut auf unterschiedliche Menschen eingehen kann und sie in eine Richtung „lenke“, die sie letztendlich selbst einschlagen möchten. Dadurch wird das Training zu keinem Muss, sondern immer spaßiger und launiger.

Welche Trainingsergebnisse haben Sie selbst in bester Erinnerung?
Roland Raschke: Ich betreute einen stark übergewichtigen Mann, zu Beginn wog er etwa 125 Kilogramm, er trank zu viel Alkohol, sein Essverhalten war gelinde gesagt katastrophal. Über kontinuierliches, jederzeit veränderbares körperliches Training und Betreuung in Ernährungsfragen wiegt er mittlerweile 75 Kilogramm, fühlt sich pudelwohl und hat eine ganz neue Lebensqualität. Aber auch ein Anfänger im Laufbereich: Nach dosiertem Aufbautraining über Jahre bestritten wir gemeinsam den historischen Marathon von Athen in den Ort Marathon, was für ein Erfolgserlebnis – auch für mich!

Wie hat sich das Personal Training in Ihren 15 Jahren als Coach entwickelt? Wie wichtig sind Themen wie Achtsamkeit, Ernährung, auch Schlaf oder Meditation geworden? Wie ganzheitlich ist das Angebot?
Roland Raschke: Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen in unserer Zeit wieder mehr Ruhe suchen, auch in einer gewissen Abgeschiedenheit der Natur, kein Lärm, das Rauschen der Bäume, das Fühlen des Windes, das Gezwitscher der Vögel. Und eben auch das Zuhören, das dazu gehört. Das „Kopf freibekommen“ ist oft der zentrale Punkt des Trainings, ohne dass dies angesprochen wird. Kann mich Personal Training wirklich davon abhalten, dass ich als „Karteileiche“ im Fitnessstudio ende? Klar! Das Training wird auf Tag x zur Uhrzeit x vereinbart, der Trainer kommt, das Training beginnt! Die Verbindlichkeit, die in der heutigen Zeit oft „lahmt“, ist absolut gegeben.

Wie sinnvoll ist Personal Training für Selbstständige und Unternehmer?
Roland Raschke: Gerade diese Berufsgruppe, zu der ich ja auch zähle, sollte besonders auf sich achten! Die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen drohen einen aufzusaugen, umso wichtiger ist es, einen Gegenpol zu schaffen, etwas nur für sich zu tun … und im Laufe des Trainings kommen oft neue Ideen und Lösungen, ohne dass quälend danach gesucht werden muss.

*(Disclaimer: Der Autor und der Interviewte stehen in keinerlei verwandtschaftlichen Beziehung)