Ob Stimmen im Kopf oder eine Erscheinung: Immer wieder erleben Menschen Dinge, die sie sich nicht erklären können. Mit solchen außergewöhnlichen Phänomenen beschäftigt sich das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg. Darüber, wie man solche Grenzerfahrungen wissenschaftlich erklären kann und wo die Grenzen liegen, spricht der Institutsdirektor und Neurowissenschaftler Jürgen Kornmeier.
Interview: Susanne Maerz
Herr Kornmeier, was sind das für Grenzgebiete, mit denen sich ihr Institut beschäftigt?
Jürgen Kornmeier: Es sind menschliche Grenzerfahrungen. Stellen Sie sich vor, Sie haben letzte Nacht von einer Schulfreundin geträumt, die Sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen haben, und dann sitzen Sie beim Frühstück und die Freundin ruft an. Andere Beispiele sind Berichte von Menschen, die, ohne dass sie in dem Moment davon wussten, während des Todeszeitpunktes eines nahen Verwandten in irgendeiner Weise Signale wahrgenommen haben – zum Beispiel, dass genau dann ein Bild von dieser Person von der Wand gefallen oder die Uhr stehengeblieben ist. Da fragen sich manche, ob es einen Zusammenhang gibt. Andere berichten davon, dass sich Kaffeemaschine oder Fernseher von allein anschalten und sind deswegen beunruhigt.
Kommen solche Erlebnisse häufig vor?
Kornmeier: Knapp 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland hat mindestens einmal im Leben so ein Erlebnis. WEITERLESEN…