Baulandpreise steigen weiter

Sparkassen legen Grundstückspiegel vor: Baulandpreise steigen weiter

Bereits zum sechsten Mal – und aus Sicht der beteiligten Sparkassen – einmalig in Deutschland, präsentierten die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau mit ihrer Immobilien-Gesellschaft, die Sparkasse Hochschwarzwald und die Sparkasse Staufen-Breisach ihre gemeinsame Broschüre „Auf gutem Grund“.

„Vom Schwarzwald bis zum Rhein und von der Ortenau bis ins Markgräflerland“, so Vorstandsmitglied Erich Greil, erfasse die Broschüre die Grundstückswerte für privates Bauland aus den Geschäftsgebieten der beteiligten Sparkassen. Damit werde der Stadtkreis Freiburg, der Landkreis Emmendingen und fast der gesamte Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald abgedeckt.

Grundstückspreise sind der Hebel für Kauf- und Mietpreise. Für die in der Broschüre aufgeführten Standorte wurden die Preise in Bandbreiten angegeben um den unterschiedlichen Lagequalitäten eines Standortes gerecht zu werden. „Die Preise sind aktuell und detailliert“, betonte Thomas Schmidt, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft. Als Quelle dienten die Erhebungen der Gutachterausschüsse und eigene Aufzeichnungen. Die genannten Preise seien zudem Preise für „privates Bauen“. Baugrundstücke, die wegen der baulichen Ausnutzung für eine Bauträgermaßnahme geeignet wären, lägen im Durchschnittspreis etwa um 40 Prozent höher. Auch nicht zu verwechseln, so Schmidt, seien die ermittelten Preise mit den innerstädtischer Grundstücke, die gewerblich genutzt werden. So verzeichnet die Bodenrichtwertkarte der Stadt Freiburg zum Beispiel für die mittlere Kaiser-Joseph-Straße (Bertoldsbrunnen) einen Wert von 8.000 Euro/m².

Die ausgewertete Region wird von Freiburg dominiert: Hier wohnen die meisten Menschen, hier werden die höchsten Preise verzeichnet, hier gibt es Preisdifferenzen bis zum 17-fachen Wert zwischen Bauplätzen in Buchenbach-Falkensteig an der B 31 ab rund 60 Euro/m² und an den Hanglagen von Freiburg-Herdern mit über 1.000 Euro/m². Im Vergleich vorherigen Erhebung seien, so Schmidt, die Preise in den gefragten Lagen teilweise um bis zu 20 Prozent gestiegen. Aber: In der letzten Er-hebung seien noch Preissteigerungen um bis zu 50 Prozent festgestellt worden!

In der 5-Jahres-Betrachtung hätten sich die Grundstücke in Freiburg um über 25 Prozent verteuert. Kostete 2006 ein durchschnittlicher Bauplatz mit einer Größe von 540 m² noch 245.000 Euro, so müsste man heute dafür rund 310.000 Euro bezahlen – wenn es diesen Bauplatz in Freiburg überhaupt gäbe. Wurden 2010 noch 84 Bauplätze verkauft, waren es 2015 in Freiburg nur noch 49 Bauplätze, fast ausschließlich in den westlichen Gemarkungen. Damit sei die Anzahl der um 40 Prozent zurückgegangen. Im Durchschnitt kostet ein Bauplatz etwa 570 Euro/m², in den westlichen Außengemarkungen dagegen im Mittel etwa 360 Euro/m². Die durchschnittliche Bauplatzgröße in Freiburg liegt zurzeit unter 500 m².

Im Nördlichen Breisgau existiert ein Preisgefälle zwischen Freiburg nahen Standorten wie Denzlingen mit bis zu ca. 480 Euro/m² und den Gemeinden im Nördlichen Kaiserstuhl und an der Grenze zur Ortenau mit ca. 150,- Euro/m². „Entscheidend ist die Infrastruktur“, so Thomas Schmidt. Mit bis zu 350,- Euro/m² würden in Endingen daher fast Emmendinger Preise erreicht. Hohe Preise würden auch in Waldkirch registriert. Die zweitgrößte Stadt des Landkreises profitiere von einer guten Infrastruktur (Breisgau S-Bahn!) und einer reizvollen Landschaft ebenso, wie durch die Nähe zu Freiburg. Hier lägen die Spitzenpreise bei etwa 550,- Euro/m² für erschlossenes Bauland. Die günstigsten Bauplätze liegen im Landkreis Emmendingen in Simonswald und Prechtal  mit rund 75 Euro/m².

Der Markt im Hochschwarzwald sei zweigeteilt. Kirchzarten ist preislich der Spit-zenreiter mit teilweise bis zu 520 Euro/m. Zweitplatziert mit bis zu 300 Euro/m² Titisee-Neustadt; im allgemeinen liegen die Baulandpreise unter 160 Euro/m², nahe der Baar sogar knapp über 100 Euro/m².

Die Region südlich von Freiburg mit Bad Krozingen, Staufen und Breisach ist schon seit einigen Jahren sehr beliebt. Durch die gute Anbindung über Bahn / S-Bahn-Linien und A5 nach Freiburg und Basel profitieren viele Pendler. Spitzenpreise werden mit bis zu 410 Euro/m² in Staufen und Bad Krozingen erzielt. Günstig dagegen präsentiere sich der Streifen von Hartheim über Bremgarten nach Eschbach: hier gibt es Bauland ab 130 Euro/m². Der häufigste Wert zwischen Münstertal und Breisach liegt aber bei etwa 200 Euro/m². Breisach selbst ist dank seiner guten Anbindung mit Spitzenpreisen von über 400 Euro/m² durchaus Alternative zu Freiburg geworden.

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