Büba Gebäudereinigung: Ein Arbeitgeber-Preis fürs gute Image

Das Freiburger Unternehmen Büba wird unter die Top 100- Mittelständler gewählt. Das ist insofern etwas Besonderes, als es sich um eine Firma aus der Branche der Gebäudereiniger handelt.

Jury-Pate Ranga Yogeshwar und die ausgezeichnete Unternehmerfamilie Ernst: Die Geschwister Chrstine und Christoph Ernst (rechts von Herrn Yogeshwar) führen die Firma, die seit 2012 ein Familienbetrieb ist.

Beim Familienunternehmen Büba auf der Freiburger Haid wurde die frohe Botschaft und die Feierlichkeit Ende Juni mit viel Aufwand vorbereitet. In einem aufwändigen Screening wurden Christine, Christoph und ihr Vater Klaus Ernst ab Jahresanfang in vier wesentlichen Kriterien geprüft.

Wie bei allen anderen der 3600 Teilnehmer wurde danach gefragt, wie sehr das Management innovationsfördernd agiert, wie gut das Innovationsklima ist, wie innovativ Prozesse und Organisation eingeschätzt werden, und wie das in der Außenorientierung gelebt wird. Gerade in diesem Punkt, auch der Kommunikation mit Geschäftspartnern, schloss Büba überdurchschnittlich gut ab.

Insgesamt waren beim Top 100-Wettbewerb 398 der 3600 Teilnehmer als Bewerber zugelassen, gerade einmal 262 wurden ausgezeichnet – in drei Klassen, je nach Mitarbeiterzahl. Der Freiburger Büro- und Industriereiniger beschäftigt 350 Mitarbeiter.

Für Christoph Ernst ist die Auszeichnung im Wettbewerb ein guter Ansatz, um „Akzente zu setzen“: Sowohl, was mögliche Mitarbeiter in einem umkämpften Angestelltenmarkt angeht. Aber auch, um Kunden anzusprechen. Aber nicht zuletzt, um auf ein besseres Image der Branche hinzuarbeiten.

Seine Schwester Christine Ernst verweist offen auf das „schiefe Bild“, das die Reiningungsbranche bisweilen abgibt. Dies sei vor allem Anbietern zu verdanken, die zu ungenau, zu schnell oder zu billig arbeiten, sagt sie. Es habe sich aber auch medial ein falsches Bild verfestigt: Kaum eine Berichterstattung zum Mindestlohn käme ohne das Motiv der einsamen Putzkraft am Ende des langen Flurs aus – tatsächlich sei aber der Mindestlohn bei den Einstiegssätzen ihrer Branche kein Thema.

Es mag für Außenstehende auch überraschen, mit welchen Innovationen aus anderen Unternehmenszweigen sich auch der Reinigungsbetrieb Büba beschäftigt: Die Digitalisierung findet aktuell durch die Ausstattung aller Bereichsleiter mit Tablets statt. Mitarbeiterstunden und Arbeitsprotokolle seien leichter zu erfassen und den Kunden zeitgleich zustellbar. Ökologische Nachhaltigkeit betreibt das Unternehmen über die Kooperation mit Herstellern, die helfen, die Dosierung der Mittel zu reduzieren. Und nicht zuletzt eine moderne Mitarbeiterführung und Personalgewinnung: Die Familie Ernst setzt traditionell auf Quereinsteiger, beispielsweise aus der Hotellerie, was auch im Kundenkontakt sinnvoll sei.

Und nicht zuletzt bietet man den  Mitarbeitern aus 40 Nationen, nicht wenige von ihnen auch akademisch qualifiziert, großzügige Hilfe bei Integrationmaßnahmen an, dazu gehören die Wohnungssuche wie die nach einem Fußballverein, aber auch Behördengänge. Mehrsprachigkeit und Vielfalt sind bei Büba kein Hindernis, sondern Teil der Unternehmenswerte. Und auch eine Möglichkeit zum Aufstieg im Unternehmen, gerade für in den Beruf zurückkehrende Frauen beim Wiedereinstieg.

Das Unternehmen selbst, 1967 gegründet, erlebte den Einstieg von Seniorchef Klaus Ernst im Jahr 1973. Zum Familienbetrieb wurde es erst 2012, als Ernst neben seinen Inhaberanteilen auch seine beiden Kinder mit den Anteilen eines ausscheidenden Gesellschafters ins Boot holen konnte.

Die Auszeichnung, bei der Prominente wie Roland Berger, Ranga Yogeshwar und Christian Wulff die Aufgabe von Jury-Paten übernahmen, ist ein deutliches Signal für den Betrieb, nach innen wie nach außen. Es ist in über 25 Jahren seit der ersten Verleihung überhaupt erst der dritte Betrieb dieser Branche, der ausgezeichnet wird.

Text: Rudi Raschke