Entwicklungen im ländlichen Raum

Neben den Städten in Südbaden übernehmen die vielen „Umlandgemeinden“ ebenfalls wichtige Aufgaben. Vor allem gibt es Gemeinden mit Entwicklungspotential, die gerade in der Siedlungspolitik eine wichtige Rolle spielen.

Von Klaus Wehrle

Im Gegensatz zu manchen Städten sind diese gerade in den letzten Jahren überproportional gewachsen. Das liegt auch daran,dass Flächenwachstum in einer Stadt oft gar nicht so einfach zu generieren ist. Nicht wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen, sondern auch wegen der Bürgerbeteiligungsprozesse. Ein großer Tanker ist halt träge und kaum noch manövrierbar. Dieses Bild passt auch ganz gut für die Städte- und Gemeindeentwicklung. Kleinere Einheiten, also Gemeinden unter 10.000 Einwohnern sind in der Umsetzung von städtebaulichen Vorhaben oft schneller und flexibler. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der ländliche Raum entsprechend mit Landesmitteln gefördert wird, damit hier auch infrastrukturelle Einrichtungen zur Verfügung stehen. Neben den sozialen
Angeboten für Kinderbetreuung, Erwachsenenbildung und Seniorenbetreuung sind dies Mittel für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Viele „Hidden Champions“ haben heute noch ihren Sitz in kleinen Gemeinden. Nicht zuletzt, weil die Entwicklung dieser Unternehmen von den Kommunen mit aller Kraft unterstützt wurde.Diese Struktur aus Städten und starkem ländlichen Raum ist Rückgrat und Erfolgsrezept unseres Bundeslandes. Städte alleine entfalten zu wenig Dynamik. Es braucht die Symbiose mit dem ländlichen Raum!

Klaus Wehrle ist Architekt in Gutach und hat mehrfach in Fachzeitschriften publiziert. Wehrle ist Mitglied im Landesvorstand der Architektenkammer Baden-Württemberg.