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Kein Kinderspiel: Mit ordentlich Prominenz unter den Gästen versenkt der SC Freiburg den Grundstein für das neue Stadion (und tags darauf die Münchner Bayern).

Von Rudi Raschke

Für den SC Freiburg war es ein Festwochenende, wie man es bilderbuchhafter nicht hinmalen hätte mögen: Der Verein stand auf dem sicheren elften Tabellenplatz, als am 29. März der Grundstein für den Stadion-Neubau feierlich gelegt wurde. Das ist keineswegs selbstverständlich, genausowenig wie der Punktgewinn tags darauf gegen den FC Bayern.

Auch die Mannschaft war beim Grundstein-Event angetreten – und durfte sich in mehr oder weniger ernst gemeinten Redebeiträgen anhören, welche Erwartungen an ihren Trainer Christian Streich mit dem Neubau geäußert wurden: Dass man auch mal ein Champions-League-Spiel hier bestreiten wolle (Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn), dass ein Sieg gegen die Bayern drin sein sollte (Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann) und dass der Trainer jetzt noch ein paar Jahrzehnte hier weiterarbeiten könne (SC-Präsident Fritz Keller).

Jenseits der hohen Erwartungen war bei Spatenstich und Grundstein nicht nur die große Neugier auf den 34.700 Menschen fassenden Bau zu spüren – etwa 500 Gäste aus Politik und Wirtschaft, aber auch Fankreisen und SC-Mitarbeiterschaft ließen es sich nicht nehmen, die Feier an der Baustelle zu besuchen. Zu den Gästen zählten Europa-Park-Chef Roland Mack, Freiburgs Ehrenbürger Prof.

Wolfgang Jäger und Projektentwickler Hans-Peter Unmüßig. Spannend war es, überhaupt einmal zu erleben, wo das neue Stadion verortet sein wird: Unterhalb des Wolfsbuck-Hügels, nahe Ikea und Autohaus Märtin, aber eben auch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universität und dem Flugplatz, mit Blick auf Münster und Hügelketten in Richtung Osten. Auch das Spielfeld ist zumindest in seinen Umrissen schon zu erahnen. Edith Sitzmann führte dann auch das Zusammenwachsen von SC und neuen Uni-Einrichtungen als guten Grund dafür an, dass das Land mit 16 Millionen Euro der Stadt bei der Infrastruktur unter die Arme greift.

Für die Stadt würdigte OB Horn nicht nur „den geschmeidigen Start“, sondern auch den vielen Schweiss und die Erstellung von rund 50 Fachgutachten, ehe der Bau nach dem gewonnenen Bürgerentscheid vom 1. Februar 2015 in Angriff genommen werden konnte. Er dankte seinem Vorgänger Dieter Salomon und dessen Finanzdezernenten Otto Neideck, die beide vor Ort waren, lobte die „Hingabe des SC“ und nannte den Entwurf des Stadions „einzigartig“.

Oliver Leki, Finanzvorstand des SC Freiburg, verwies vor allem auf die wichtige Maßnahme der Sicherung des Fußballstandorts Freiburg, die mit dem Bau verbunden sei. Präsident Keller, jahrelang der kämpferischste Frontmann für einen Neubau, bekannte, er habe schier Tränen in den Augen gehabt, als er an diesem Tag zur Baustelle gefahren sei. In launigen Bonmots pries er den Entwurf des Büros HPP aus Düsseldorf („es gibt auch noch Architekten, die auf den Bauherren hören“) und den direkten Nachbarn, Udo Harter vom FFH Aviation Training Center am Freiburger Flugplatz („jetzt ist die Zeit für Dankbarkeit“).

In der eingegrabenen Grundstein-Schatulle finden sich neben aktuellen Medien des Wochenendes unter anderem auch die Torwarthandschuhe der Nummer eins, Alexander Schwolow. Das darüber gebaute Stadion soll in der Saison 2020/21 eingeweiht werden, es zeigte sich, dass der Bau mit hohen Erwartungen verbunden ist. Allerdings auch mit ersten Erfolgserlebnissen: Derzeit befindet sich der Sport-Club Freiburg auf einer Roadshow durch ganz Baden, um erste Vermarktungsmöglichkeiten im Businessbereich zu präsentieren. Die Veranstaltungen mit Vereinsoberen und Vermarktern sind gut besucht, die ersten Unternehmen und Partner haben längst ihr Interesse für den erstmals in Freiburg entstehenden Logen-Bereich angemeldet.