Autohaus: Blick in die Zukunft, Fokus aufs Herz

Wie wird man Handwerksunternehmen des Jahres? Dem Autohaus Märtin wurde dieser Titel im Februar von der Handwerkskammer Freiburg verliehen. Womit konnte das Unternehmen überzeugen?

Von Anna-Lena Gröner

Innovation

Angefangen hatte alles in den 60er Jahren: eine kleine Tankstelle mit Kfz-Werkstatt und angeschlossenem Friseursalon wurde vom Ehepaar Märtin in der Bergstraße 30 in Bötzingen betrieben. Am 1. Mai 1967 wurde der kleine Betrieb offizieller BMW-Vertragspartner und entwickelt sich seither immer weiter. Was anfangs die durchaus kuriose Kombination aus Friseur und Werkstatt darstellte, zeichnet das Autohaus bis heute aus: man möchte anders sein als die Konkurrenz.

Über 200 Mitarbeiter arbeiten an den drei Standorten in Freiburg, Emmendingen und Bötzingen. Waschen, schneiden, legen war damals. Heute konzentriert man sich auf Verkaufen, Beraten und Reparieren der Hausmarken BMW und Mini. Im Sommer 2018 wurde mit der Eröffnung des neuen Firmengebäudes „Autohaus der Zukunft“ ein weiterer Meilenstein gesetzt. „Wir arbeiten schon an der nächsten Vision und beschäftigen uns mit der Frage: was können wir in den Bereichen Dienstleistung und Service noch ändern und vorantreiben“, sagt Geschäftsführer Tobias Gutgsell.

Nachhaltigkeit

Wer heute die Zukunft mitgestalten und in eben dieser eine Rolle spielen will, der kommt am Thema Nachhaltigkeit nicht vorbei. Dieses Stichwort bedeutet für das Autohaus Märtin weit mehr als das Angebot elektrobetriebener Fahrzeuge. Das neue Firmengebäude in der Hermann-Mitsch-Straße ist das erste CO2-neutrale Autohaus der Region, das durch alternative Energien und überschüssige Rhodia-Fernwärme autark betrieben wird.

Auf dem Firmengelände stehen elf Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung und durch die Kooperation mit dem CarSharing-Anbieter Stadtmobil Südbaden bietet das Autohaus Märtin auf dem Gelände der Freiburger Filiale zwei eigens reservierte Parkplätze für das CarSharing an, auf denen die eigenen Marken zur Miete bereitstehen. „Für uns steht immer im Mittelpunkt, was der Kunde von uns erwartet“, sagt Gutgsell. Und das sei neben Verkauf und Werkstatt eben auch ein außergewöhnliches und alternatives Service-Angebot.

Kernkompetenz

Mit der Zeit gehen und dabei niemals die eigentliche Kompetenz aus den Augen verlieren – so lautet das Credo des Autohaus Märtin. „Nach wie vor liegt unser Kerngeschäft und unsere Kernkompetenz in unseren Werkstätten“, sagt Geschäftsführer Gutgsell. Hier mache man auch den größten Umsatz. Was als Werkstatt begann, ist heute zwar weit mehr als das, doch es sei das Herzstück des Unternehmens geblieben.

Verantwortung für Mitarbeiter

Tobias Gutgsell sieht in der Auszeichnung Handwerksunternehmen 2018 vor allem eine wunderbare Wertschätzung für die geleistete Arbeit der Mitarbeiter. „Sie bringen schließlich das Wissen mit, das uns als Unternehmen stetig weiterbringt.“ Dazu müsse man als Arbeitgeber immer auf die sich verändernden Ansprüche sowohl der Kunden, aber eben besonders der Mitarbeiter reagieren.

So wurden beispielsweise alle Angestellten des Autohauses in der Planungsphase des Neubaus zu ihren persönlichen Wünschen an den künftigen Arbeitsplatz befragt. Viele Ideen davon seien baulich umgesetzt worden. Zudem garantiere Märtin jedem seiner Azubis ein Übernahmeangebot nach abgeschlossener Ausbildung. 40 Azubis bildet das Unternehmen aktuell in technischen und kaufmännischen Berufen sowie in dualen Studiengängen aus.