Baden-Campus: Kein Tischkicker, aber Siebdruckmaschine

Am „Baden-Campus“ arbeiten schon seit vier Monaten 16 Teams an seiner Gründung – die Atmosphäre ist bewusst ausgelegt für Netzwerken, Austausch und Kreativität. Ein Besuch.

Von Katharina Müller

Auf Verwunderung stieß im Gemeinderat die Idee, die ehemals gelbe Halle des Energiedienstleisters Badenova komplett schwarz anzustreichen, aber die Entscheidung war richtig: Stylisch wirkt das Breisacher Gründerzentrum nicht nur von außen, vor allem im hellen Inneren wurde über Raumwirkung und Arbeitsatmosphäre nachgedacht: Büro-Abteile, Aufenthalts-Lounges, mit Teppichen und Retro-Sessel für Wohnzimmer-Flair, Bistro und Kaffeeküche für gemeinsame Pausen und somit Raum für Austausch und Kreativität.

Unmittelbar bekommt man Lust, selbst an einem der Tische zu sitzen und mit der Arbeit loszulegen. Auch Badenova-Chef Thorsten Radensleben wirkt stolz und ist überzeugt: „Wir brauchen eine andere Gründungskultur“, dafür sei in Breisach der richtige Raum geschaffen worden und davon überzeugte sich auch im Rahmen der „Startup-Sommertour“ die Freiburger Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae von den Grünen. Derzeit befinden sich 16 Teams im sogenannten „Accelerator-Programm“ mit Workshops und Maßnahmen wie Finanzspritzen, Kreativräumen, Mentorings und Weiterbildungsmaßnahmen.

Alle kommen aus den Bereichen Neue Energie, Smart City und Produktion der Zukunft, meist Gründungsinteressierte von Unis und wissenschaftlichen Organisationen wie beispielsweise dem Fraunhofer Institut. Da ist zum Beispiel das französische Startup, das mit chemischen Verbindungen von Silicium und Kohlenstoff Konzepte zur Feinstaubreduzierung in urbanen Zentren entwickeln will und hier in Breisach die Strategie für den Markteintritt und das eigene Geschäftsmodell entwickelt.

Und dann gibt es eine ganze Reihe von Kooperationspartnern: Rechtsanwälte oder Agenturen, aber auch Banken und Marketing- sowie Technologieberater, und nicht zuletzt stimmt auch die Infrastruktur: Leistungsstarker Breitband-Anschluss – denn ein gut funktionierendes Internet ist nicht überall selbstverständlich, dazu Besprechungs- Räume mit großen Tafeln und Touchscreen-Bildschirmen für Präsentationen und natürlich Beamer. Im ersten Jahr zahlen Startups nichts, die mietbaren Co- Working Plätze kosten knapp 200 Euro – das Land und der Europäische Sozialfonds unterstützen.