Ernährung: Küche in Bewegung

Spaß, Motivation oder Bildung über das Essen aufnehmen – das ist die Idee der Unternehmerin Anne Rausch, mit der Unternehmen Gutes für sich und Kinder tun können.

Eine „Movin’ Kitchen“, also eine Küche in Bewegung, das ist für Anne Rausch aus Schallstadt-Mengen eine Möglichkeit, ganz unterschiedliche Ideen mobil zu verbinden. Beispielsweise zur Bildung: Indem ein Unternehmen den Truck für ein gemeinsames Klassenkochen schenkt, bei dem mit der Zubereitung einfacher Gerichte einige Gedanken zur Ernährungslehre und regelmäßigem Sport vermittelt werden. Davon machen bereits Banken oder Autohäuser Gebrauch, die damit einen Mehrwert für das soziale Engagement ihrer Marke gestalten. Oder in der eigenen Ausbildung: Ein Unternehmen zeigt seine Aktivitäten für Bewerber nicht auf den Jobbörsen landauflandab, sondern direkt im eigenen Haus und mit einem zwanglosen Essensangebot und Miteinander. Und nicht zuletzt als Idee für Teambuildings, Präsentationen oder kleine Caterings bei Kundenevents von Firmen.

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Mit ihrer „Movin‘ Kitchen“ möchte Anne Rausch Kindern Freude am gemeinsamen Kochen bereiten. Fotos: Attila Jozsef

Auch hierfür ist die „Movin’ Kitchen“, die nur optisch an einen der beliebten Streetfood-Trucks erinnert, eine gute Möglichkeit. Fast immer im Vordergrund: nicht nur etwas gekocht und serviert bekommen, sondern eigene Aktivitäten in der kleinen Küche zu entwickeln. Hierfür hat Anne Rausch alles, was es braucht, an Bord: Feines Geschirr, aber auch Zutaten, die aus der Region stammen und nicht aus dem Großmarkt. Anne Rausch ist gelernte Hotelfachfrau und studierte Ernährungsberaterin. Ihr Mann Oliver Rausch, der das Munzinger Sterne-Restaurant sHerrehus im Schloss Reinach verantwortet, unterstützt sie mit Rezepten für den Alltag und seiner Entdeckungslust für die guten Produkte der Umgebung.

Die „Movin’ Kitchen“ ihrer gemeinsamen „Familienwerkstatt“ und die „sHerrehus“- Küche sind für Anne Rausch „zwei Seiten derselben Medaille“. Mit dem gemeinsamen Kochbuch „Rausch“ haben sie im vergangenen Dezember bereits in zwei unterschiedlichen Teilen aufgetischt, wie ein feines Huhn aus dem Schwarzwald als Basis für die raffinierte Küche, aber auch für die bewusste Alltagsverpflegung einer Familie genutzt werden kann. Immer im Mittelpunkt stehe eine nachhaltige Verpflegung, die bei den Events „über den Tag hinaus“ Wirkung zeigen solle, sagt Anne Rausch. Gerade damit könne Unternehmen bei ihren sozialen Aktivitäten und mit Firmen-Events etwas geboten werden, was ungezwungen über die schlichte „Fütterung“ hinausgehe. Und auch nie oberlehrerhaft daher kommen soll, wenn beispielsweise bis zu 35 Kinder an mehreren Stationen kochen, lernen und genießen.

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Das „Rausch“ Kochbuch

Was man bei Anne Rausch lernen kann, wenn sie mit der „Movin’ Kitchen“ vorfährt? Unter anderem Elementares, das dennoch in vielen Familien abhandengekommen ist. Die gemeinsame Essenszubereitung, das Kommunikative bei der Mahlzeit, aber auch die Kenntnis einfacher Zutaten und was man damit anstellen kann. Aber auch ein Wissen um die Jahreszeiten, die Erzeugnisse unserer Region und ein Essen fern von Hektik und Handy. Und natürlich auch der eine oder andere Kniff aus der Hochküche – vom Einkauf über die Zubereitung bis zum Anlegen von Vorräten. Dafür erfindet sie für alle Veranstaltungen Maßgeschneidertes, egal ob sie an Schulen Station macht oder bei Hoffesten und Weinproben. Mit guter Vorbereitung sind bis zu acht kleine Gänge in Gläschen möglich – eine japanische Ramen-Suppe, ein Rindfleischsalat oder Geschmortes, ein Bärlauchrisotto oder eine Schwarzwälder Kirsch-Variation.

In der Vielfalt der Movin’ Kitchen ist diese deluxe-Version einer auf Kundenwünsche abgestimmten Street-Food-Küche aber nur eines von vielen Angeboten. Denn am meisten Spaß macht es Anne Rausch tatsächlich, wenn sie gemeinsam etwas mit den Menschen schnippeln und köcheln kann, die bei ihr essen – eine besondere Kürbissuppe mit herbstlichem Basteln im Kindergarten genau wie ein selbstgemachtes Pesto, das ein Unternehmen einer Grundschule stiftet. Begeisterung wecken für eigene Aktivitäten in der Küche – ein schöneres Bildungsziel kann es eigentlich nicht geben.