Arbeitsklima: Büro-Oasen

Dienst nach Vorschrift war gestern und feste Arbeitsplätze in einem tristen Großraumbüro gehören der amerikanischen Filmgeschichte an. Die Zukunft des Büros ist bunt, flexibel, vielfältig und für die Mitarbeiter ein Ort der Kreativität, des Austausches und der Ruhe – hier wird nicht auf die Uhr geschaut, sondern gerne gearbeitet. Die Ganter Interior GmbH ist Experte beim Thema moderne Arbeitswelt und weiß, was ein zukunftsorientiertes Büro erfüllen muss.

Von Anna-Lena Gröner

Besprechungsinseln, Ruhezonen und Wohlfühlatmosphäre – was hier Urlaubs- assoziationen weckt, sind tatsächlich wichtige Bestandteile einer modernen Bürowelt. Weit weg von Entspannung und Ruhe möchte man meinen, zeitgemäße Büros sollten aber genau das ihren Mitarbeitern bieten: Rückzugsmöglichkeiten, Plätze zum Wohlfühlen und zum Austauschen, quasi kreative Aufladestationen für anspruchsvolle Arbeitnehmer. Wie neue räumlich-technologische Infrastrukturen und moderne Büroumgebungen auf die Innovation und Motivation von Arbeitnehmern wirken können, damit beschäftigen sich die Architekten, die im Auftrag von der Ganter Interior GmbH arbeiten oder sich mit einem Auftrag an das Unternehmen mit Hauptsitz in Waldkirch wenden. Innerhalb von zwanzig Jahren hat sich Ganter zu einem Marktführer im Bereich Bau und Immobilien entwickelt, mit Standorten auf der ganzen Welt und einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro. Das Erfolgsunternehmen ist auch Experte beim Thema Büroplanung und -gestaltung und kennt sich mit den Anforderungen und Erwartungen an die moderne Arbeitswelt aus.

Eines der jüngsten abgeschlossenen Office-Projekte: Ein kompletter Büroausbau bei Bosch in Schwäbisch Gmünd. Auf 3.200 Quadratmetern Fläche entstand in einer alten Werkshalle eine moderne Bürolandschaft mit herausfordernden Spezialkonstruktionen, Raumkuben und einem Materialmix aus Holz, Glas und Stahl. Beim Softwaregiganten SAP in Walldorf hat Ganter bereits 2014 als Generalunternehmer den Innenausbau des Internationalen Schulungszentrums fertiggestellt. Auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern entstand hier ein offener und kommunikativer Ort der Begegnung. Trotz Home-Office-Kultur und mobilem Arbeiten dank voranschreitender Digitalisierung konzentrieren sich viele Unternehmen wieder verstärkt auf einen Bereich, an dem die Mitarbeiter effektiv zusammen arbeiten können. „Der Trend geht zurück zu Großraumbüros“, sagt auch Peter Fränsemeier, Leiter der Ganter Marketing- und PR-Abteilung. „Wobei das Großraumbüro von heute zum Glück nichts mehr mit dem von gestern zu tun hat. Selbst der Name hat sich angepasst, so spricht man heute eher von ‚Open Space Offices‘.“

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In einer alten Werkhalle entstand bei Bosch in Schwäbisch Gmünd ein offenes, modernes Büro. Fotografie: ©Zooey Braun

Hinter dieser Entwicklung steckt die Erkenntnis, dass der persönliche Austausch der Motor für Kreativität und Innovationen ist. Bei Open Space Offices wird daher verstärkt darauf geachtet, den Mitarbeitern Orte zu schaffen, an denen sie zusammen kommen und in Kommunikation treten können. „Diese Rückzugsmöglichkeiten sollte man ganz spontan nutzen können, wenn man beispielsweise konzentrierter arbeiten möchte oder kurzfristig eine inoffizielle Besprechung hat und nicht sofort einen Raum buchen möchte. Hier ist man akustisch abgeschirmt und stört niemanden“, so Fränsemeier. Aber auch informelle Bereiche, wie beispielsweise Kaffeeküchen, würden beim Thema Rückzug und Austausch eine wichtige Rolle spielen. Fernab von Schreibtisch und PC kommt einem hier vielleicht bei einer Tasse Kaffee und im Gespräch mit den Kollegen die zündende Idee für ein Projekt. Um die bestmögliche und dem Unternehmen entsprechende Bürowelt festzulegen, arbeiten die Architekten und Experten eng mit den Auftraggebern zusammen. Bei Workshops und der konkreten Auseinandersetzung mit den Wünschen der Arbeitnehmer wird das passende Konzept kreiert.

Dabei stellen die Kosten meist das geringere Problem dar. Viele Arbeitgeber würden eher vor dem Planungsaufwand zurückschrecken. „Der Invest, gemessen an Personal- und Sachkosten und auch daran, wie lange so eine Büroeinrichtung abgeschrieben werden kann, ist gar nicht groß“, so Fränsemeier. „Man kann hier bereits mit überschaubaren Mitteln viel erreichen, und ein gut konzipiertes Büro hat man sicherlich zehn Jahre.“ Vor dem Hintergrund, dass Unternehmen immer mehr in einem weltweiten Wettkampf stehen, sind solche durdachten Ausgaben in die Effizienz, Innovationsfähigkeit und Kreativität der eigenen Mitarbeiter meist nachhaltige Investitionen. Längst machen sich daher nicht mehr nur große Unternehmen Gedanken um die Gestaltung ihrer Arbeitsbereiche, auch mittelständische und kleine ziehen nach. Nur wer am Puls der Zeit bleibt, bleibt schließlich im Wettbewerb. Zudem wird ein moderner und ansprechender Arbeitsplatz auch mehr und mehr von den Mitarbeitern gefordert. „Mitarbeiter, die sehr zufrieden sind mit ihrer Büroumgebung haben tendenziell ein höheres Wohlbefinden, eine höhere Motivation, eine bessere Performance und eine höhere Bindung (»Commitment«) als diejenigen, die eher unzufrieden mit ihrer Büroumgebung sind“ – so nachzulesen im Beitrag „Die Bedeutung des Arbeitsortes Büro in einer digitalen Arbeitswelt“ des Forschungsprojektes „Office 21“ vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart.

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Hier arbeitet man gerne: Im September 2017 wurden die neuen Büroräume von Bosch in Schwäbisch Gmünd durch die Ganter Interior GmbH fertiggestellt. Foto: ©Zooey Braun

Zu den drei Faktoren mit dem größten positiven Einfluss gehören laut der Studie: Zufriedenheit mit der Möblierung, Zufriedenheit mit der Akustik und die Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten. Die perfekte oder gar vorkonzipierte Bürogestaltung gäbe es dabei nicht, so Annette Näher, Personalleiterin der Ganter Interior GmbH. Das sei ganz individuell und müsse zur Unternehmenskultur, zu den Mitarbeitern, zur Tätigkeit und zum Umfeld der jeweiligen Firma passen. „Es kommt bei der Bürogestaltung immer darauf an, was die Zielsetzung ist. Das hat, was den Arbeitsplatz betrifft, meistens sehr viel mit Funktion zu tun. Wenn wir beispielsweise über mobile Arbeitsplätze reden, dann ist die Voraussetzung dafür, dass ich auch digitalisiert, also papierlos, arbeite“, sagt Näher. „Ich kann nur mobil und flexibel arbeiten, wenn ich nicht einen Schrank mit all meinen Akten und Ordnern brauche, um überhaupt arbeiten zu können.“ Die eigenen Büroräume der Ganter Interior GmbH sind ein Beispiel für modernes und flexibles Arbeiten. Betritt man das Haupthaus, ein ehemaliges Fabrikgebäude, ist man bereits mitten drin in der Ganter- Arbeitswelt: großzügige Schreibtischreihen, modernes Mobiliar, charmante, aus den Fabrikzeiten bewahrte Böden, Glaswände, Objektkunst, alles offen, alles versammelt unter hohen Decken – und doch herrscht eine ruhige Atmosphäre.

Ging es bei Großraumarbeitsplätzen früher vorrangig um Flächeneffizienz, spielen heute auch Raumakustik, Zonierungen und Laufwegoptimierung eine wichtige Rolle. „Wir haben bei uns akustisch wirksame Elemente, wie Panels oder abgehängte Decken, eingesetzt. Aber die Mitarbeiter disziplinieren sich auch selbst, wenn sie wissen, dass sie mit mehreren Leuten imBüro sitzen“, sagt Fränsemeier. Es wird geduzt, die Bürotüren der Geschäftsführer stehen offen, die Arbeitsplätze wechseln je nach Projekt und Team, es gibt ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und in den stylischen Kaffeeküchen stehen kostenlose Getränke und frisches Obst bereit. Bei Ganter lebt man vor, wie modernes Arbeiten funktioniert. Flexibilität, Funktionalität und ein hohes Maß an Wohlfühlatmosphäre – das bieten zukunftsorientierte Büroräume. Mitarbeiter sollen gerne zur Arbeit kommen, sich gerne in ihrer Arbeitsumgebung bewegen und sich von der Unternehmenskultur überzeugen und antreiben lassen. „Eine Büroausstattung oder -einrichtung wirkt somit nach außen und nach innen. Es ist der direkte Weg, meinen Mitarbeitern eine gewisse Wertschätzung zu demonstrieren, und das wird im Umkehrschluss von ihnen nach außen weitergetragen“, sagt Näher. Die Investition ins Büro lohnt sich.